Was tun beim Ausbildungsabbruch? Fünf Tipps für Betriebe, ein Erfolgsbeispiel aus Köln

Rund jeder Achte bricht seine Ausbildung vorzeitig ab. Für die Firmen ist das unangenehm, doch die IHKs helfen ihnen nicht nur dabei, diesen Einschnitt zu managen, sondern sind auch zur Stelle, wenn es darum geht, schnell guten Ersatz zu finden – wie ein Beispiel aus Köln zeigt.

Ein Gastbeitrag von Lothar Schmitz, Bonn

Abbruch. Ein hart klingendes Wort. Man denkt an Mauern, die einstürzen, sieht eine Abrissbirne schwingen. Als bei der Avedo Köln GmbH eine 19-Jährige ihre Ausbildung abbrach, stürzten keine Mauern ein. „Natürlich war das ein Einschnitt für uns“, erzählt Geschäftsführerin Narges Hekmat, „aber das passiert halt, da muss ich als Unternehmerin durch.“

Ausbildungsabbrüche sind keine Seltenheit. Nach der Vorstellung des jüngsten Berufsbildungsberichtes der Bundesregierung Mitte April berichteten zahlreiche Medien über eine Abbrecherquote von 25 Prozent. Die Quote der echten Ausbildungsabbrüche liege bei etwa zwölf bis 13 Prozent und damit deutlich unter der Quote im Hochschulbereich. „Zudem erfolgen die meisten Ausbildungsabbrüche – wie auch im Fall von Avedo Köln – während der Probezeit“, weiß Alexander Uhr, Leiter Ausbildung der IHK Köln, „im dritten Ausbildungsjahr hingegen bricht kaum noch jemand ab.“

Doch was können die Unternehmen tun, die von den zwölf bis 13 Prozent echter Ausbildungsabbrüche betroffen sind? „Generell raten wir den Unternehmen dazu, gemeinsam mit den Azubis, die aufhören möchten, einen Weg zu suchen, die Ausbildung doch noch fortzusetzen und den Azubi zu ermuntern, bis zur Prüfung weiterzumachen“, sagt Uhr, „oder, bei passenden Voraussetzungen auf beiden Seiten, innerhalb des Betriebs nach einer Alternative zu suchen.“

Einige IHKs, darunter die IHK Köln, haben zudem Schlichtungsausschüsse eingerichtet, um im Streitfall zwischen Azubi und Ausbildungsbetrieb zu vermitteln.

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Geschäftsführerin Narges Hekmat (stehend, rechts) neben der Auszubildenden Agnesa Osaj.  Fotos (2): U. Kaifer 

Narges Hekmat startete sofort nach dem Ausbildungsabbruch die Akquise in einschlägigen Ausbildungs- und Stellenportalen – und sprach mit der Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln. Wenige Wochen später konnte sie bereits ein kleines Assessmentcenter mit sechs Bewerberinnen und Bewerbern durchführen. Vier davon hatte die IHK vermittelt, darunter Agnesa Osaj. Die 20-Jährige machte das Rennen und begann ihre Ausbildung als Kauffrau für Dialogmarketing mit Start des Ausbildungsjahres 2017/18.

AUSBILDUNGSABBRUCH: 5 TIPPS
  1. Versuchen Sie, den abbruchwilligen Azubi davon zu überzeugen, im beiderseitigen Interesse seine Ausbildung fortzusetzen und mit einer Prüfung abzuschließen. Die Ausbildungsberaterinnen und -berater der IHKs setzen sich hier gerne vermittelnd ein.
  2. Ist der Abbruch unausweichlich: Setzen Sie sich umgehend mit Ihrer IHK in Verbindung: Deren Ausbildungsstellenvermittlung hilft, den Ausbildungsplatz schnell und passgenau wiederzubesetzen.
  3. Auch die Abbrecher sollten sich rasch an ihre IHK wenden: Sie hilft bei der Suche nach einem anderen Ausbildungsplatz.
  4. Firmen müssen mit der Wiederbesetzung nicht bis zum Beginn des nächsten Ausbildungsjahres warten. Abbrecher und junge Menschen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, können im Prinzip jederzeit einsteigen.
  5. Spricht wegen Prüfungszyklen oder Lehrplänen der Berufsschulen etwas gegen einen Ausbildungsbeginn im laufenden Ausbildungsjahr, kann – um sich den Bewerber zu sichern – eine Firma mit diesem zunächst ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung vereinbaren, bis dann die Ausbildung beginnt.

(Auszug. Den kompletten Beitrag lesen Sie in der aktuellen POSITION.)

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