Plattform „Écoles-Entreprises“ bringt Unternehmen und Nachwuchsfachkräfte zusammen

Die Auslandshandelskammer (AHK) Frankreich hat in Kooperation mit der Schulbehörde in Paris die Deutsch-Französische Plattform „Ecoles-Entreprises“ („Schulen-Unternehmen“) entwickelt, die Schulen, Universitäten, Jugendliche und Unternehmen einander näherbringen soll. Das Ziel ist unter anderem, Schüler sehr früh für technische Berufe zu interessieren und sie für diese durch Besuche in Unternehmen und Praktika zu begeistern.

Die Plattform bietet jungen Menschen nicht nur Informationen über Mobilität und deren Finanzierung während der Ausbildung, sondern auch spätere Karrieremöglichkeiten. Darüber hinaus hilft sie auf dem deutsch-französischen Markt tätigen Unternehmen, talentierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Betriebe können kostenlos Praktika ausschreiben und passende Profile in der Lebenslauf-Datenbank finden.

„Nachwuchskräftegewinnung und frühe berufliche Orientierung der Jugendlichen sowie Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit sind Anliegen, die wir durch die Plattform konkret angehen möchten“, so Margarete Riegler-Poyet, Leiterin des Bereichs Aus- und Weiterbildung der AHK Frankreich.

„Wir haben zum Beispiel in diesem Jahr bereits über 1.000 Jugendlichen im Großraum Paris einen Einblick in die Unternehmenswelt ermöglicht und dies vor allem durch die Schaffung von Kooperationsclustern. Das heißt: Unternehmen und berufliche Schulen des gleichen Sektors werden miteinander in Kontakt gebracht, um eine langfristige Zusammenarbeit aufzubauen. Diese Kooperationscluster finden auf beiden Seiten großen Anklang.“

Zwischen 19 Berufsschulen und 27 Unternehmen in Paris und Umgebung wurde in Sektoren, wie Mikrotechnologie, Energie und Industrietechnik, Elektronik und Automatisierung, Logistik und Transport usw. ein solcher Austausch, in Form von Unternehmensbesuchen oder Expertenvorträgen, organisiert. Die Schüler dürfen den Experten eines bestimmten Berufsfeldes konkrete Fragen stellen und ihnen bei der Arbeit über die Schulter schauen. Viele reichen bei dieser Gelegenheit gleich ihre Lebensläufe für mögliche Praktika ein.

Unternehmen werden sichtbar für deutsch-französischen Bewerber

Unternehmensbesichtigung Multivac
Unternehmensbesichtigung bei Multivac, Quelle: AHK Frankreich

150 Unternehmen sind bereits auf der Plattform aktiv, große aber auch klein- und mittelständische Unternehmen – so auch das mittelständische Unternehmen Multivac. „Die Kooperationscluster der Plattform ermöglichen uns, als mittelständischem Unternehmen mit 5.000 Mitarbeitern weltweit, unsere Sichtbarkeit im Vergleich zu sehr großen Unternehmen zu erhöhen“, sagt Christophe Charoy, Vorstandsvorsitzender der Firma, „Außerdem bieten sie uns die Möglichkeit, unseren Personalbedarf besser zu kommunizieren, vor allem, da deutsch-französische Bewerber auf dem Arbeitsmarkt stark gefragt sind. Unser Engagement mit der Deutsch-Französischen Plattform ,Ecoles-Entreprises‘ ermöglicht uns, Mutivac als potenziellen Arbeitgeber vorzustellen und über unsere Branche, die Verpackungsmaschinen-Produktion, zu informieren.“

Schüler kommen früh in Kontakt mit der Arbeitswelt

Unternehmensbesichtigung Messer
Unternehmensbesichtigung bei Messer, Quelle: AHK Frankreich

Auch das Engagement für den Nachwuchs ist den Unternehmen wichtig: So erläutert Katie Traoré, Beauftragte für die Kooperation mit Schulen bei Bertrandt France: „Wir möchten den Jugendlichen die Arbeitswelt zeigen und sie anregen, sich über ihre berufliche Zukunft Gedanken zu machen. In diesem Sinne nehmen wir die Schülerinnen und Schüler mit Begeisterung auf.“

Um Jugendliche für MINT-Fächer zu interessieren, sei eine frühe Orientierung wichtig, meint Philippe Karulak, Generaldirektor für Finanzen des Unternehmens Messer in Frankreich. „Die Industrie ist bei Jugendlichen wenig bekannt und schüchtert sie manchmal sogar ein. Es scheint uns wichtig, den realen Industrie-Alltag zu zeigen und Interesse für unsere Branche zu wecken.“

Erweiterung der Plattform geplant

Nach dem Erfolg in der Pariser Region, wurde die Plattform bereits auf weitere Regionen in Frankreich und auch einige Länder in Deutschland ausgeweitet: Im Dezember 2017 hatte sich das Land Berlin der Initiative angeschlossen, und im Juni 2018 wurden auf der 7. Deutsch-Französischen  Kultusministerkonferenz Rahmenvereinbarungen zwischen der AHK Frankreich und den Bundesländern Baden-Württemberg, Hamburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland unterzeichnet.

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