Der Netz-Effekt für traditionelle Arbeitsprozesse – Start-up-Serie, Teil 8: SupraTix

Ein Tool, welches das Lernen nicht nur einfacher macht, sondern es auch noch auf den individuellen und konkreten Bedarf des Kunden zuspitzt – mit dieser Idee ist SupraTix seit knapp drei Jahren unterwegs. Und zwar erfolgreich: Inzwischen zählt das Jungunternehmen bereits 14 Mitarbeiter. POSITION die Dresdner beispielhaft in Steckbriefform vor. Letzter Teil der Serie zum neuen Heft. 

Teil 8, von: Tonia Sorrentino

+++ SupraTix +++ Hauptsitz: Dresden +++ weitere Standorte: Hamburg, Berlin +++ Gründung: 4. April 2016 +++ Mitarbeiter: 14 +++ Branche: Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) +++

Portfolio: Die Produktwelt des Dresdner Start-ups für individualisiertes Lernen ist auf drei Säulen aufgebaut.

Die erste ist das „Smart Learning Environment“, ein Content-Management-System, das die Gründer basierend auf einer Cloud-Software speziell für die Weiterbildung entwickelt haben. Dieser virtuelle Werkzeugkasten enthält zahlreiche unterschiedliche Module, mit denen Kunden ihre Lernsettings zusammenstellen können – so, dass diese möglichst optimal zum Unternehmen passen. Eine Besonderheit daran ist die Künstliche Intelligenz: Zwei Algorithmen erstellen auf Basis nutzergenerierter Inhalte individuelle Lernpfade für die jeweiligen Mitarbeiter. Ziel: agiles Arbeiten.

Die zweite Säule ist die Content-Produktion: Aus den von den Unternehmen vorgegebenen Lernzielen macht SupraTix unter anderem Schulungskonzepte, bestückt beispielsweise mit 3D-Welten und Erklärvideos. Perspektivisch soll die Modularität der produzierten Inhalte mit passenden weiteren Nutzern geteilt und zum Beispiel in einem Online-Store veröffentlicht werden, wo sie weitere Interessierte erwerben können.

Säule Nummer drei umfasst die Unterstützung von Unternehmen beim eLearning, dem kleinschrittigen, individuellen und zielgerichteten Aufbau einer nutzbringenden Kursproduktion.

Idee und Vision: Unternehmen müssen sich dafür öffnen, Neues zu lernen, um in einer mehr und mehr digitalisierten Arbeitswelt auf dem neuesten Stand und konkurrenzfähig zu bleiben. Und ein Tool, welches das Lernen nicht nur einfacher macht, sondern es auch noch auf den individuellen und konkreten Bedarf des Unternehmens zuspitzt, soll dabei helfen, wichtige Agilität und essenzielles Know-how zu entwickeln. In einem erweiterten Szenario wird die Lern-Software zu einem Avatar in einer virtuellen 3D-Welt. Wie schnell oder langsam er sich darin fortbewegt, ist an das gesundheitsorientierte Verhalten am Arbeitsplatz gekoppelt. Trinkt der Mitarbeiter beispielsweise zu wenig, kommt der Avatar auf der im Vorfeld bestimmten Zielgeraden langsamer voran. Macht er regelmäßig Pausen, erhöht sich seine Gehgeschwindigkeit. Mit interaktiven Flächen kann der Mitarbeiter sein gesundheitsförderndes Verhalten optimieren. Ein weiterer Anreiz: In einem Unternehmen stehen die Mitarbeiter untereinander anonym im Wettbewerb, dessen Bestplatzierte mit Preisen belohnt werden. Das Ziel: fachlich, organisatorisch und gesundheitlich fitte Mitarbeiter in einem erfolgreichen Unternehmen, das zukunftsfähig ist und sich in der digitalen Welt gut auskennt und strategisch sinnvoll bewegen kann.

Anstoß und Entstehung: Seit September 2012 drehen sich viele Arbeits- und Entwicklungsprozesse um das interaktive Lern-CMS. Den Startschuss für die Unternehmensgründung gab ein webbasierter Chemie-Baukasten. Dieser stand Gründer Tobias Göcke und seinem Team im Rahmen eines Schulwettbewerbs zur Verfügung, um ein Auto zu bauen. Den Contest gewannen sie – die Basis war gelegt. In einer Uni-Vorlesung beschäftigte Göcke der Gedanke, warum die Dozenten nicht in der Lage waren, jedem Teilnehmer eine anwendungsorientierte Lernmethode zur Verfügung zu stellen. Immerhin ist es heutzutage in Zeiten von Google und YouTube einfacher denn je, sich selbst etwas beizubringen, beispielsweise, einen Drucker zu reparieren – das Netz gibt die Antworten auf alle wichtigen Fragen. Exakt diesen Effekt wollte Göcke auch in traditionelle Arbeitsprozesse von Unternehmen integrieren. Mit einem Stipendium setzten er und sein Team die Gründung um, entwickelten die Software zunächst im Schulkontext, später auch im Businessbereich, wo SupraTix heute seinen Hauptumsatz erzielt.

GF_Tobias Göcke und Mitarbeiterinnen
SupraTix mit dem Geschäftsführer Tobias Göcke.  Fotos: Ralf U. Heinrich 

Die Start-Up-Serie zum Heft:

Clouds statt Aktenordner-Regale; Seminare via Webcam statt Präsenzveranstaltungen; Korrespondenz via Messenger statt Telefon und E-Mail; Lernen via App auf Basis intelligenter Algorithmen, Kooperation mit Robotern… digitaler Wandel bedeutet vor allem auch Wandel für die Bildungslandschaft. Unternehmen sollten Trends, mögliche Auswirkungen, aber auch eigene Ziele im Blick haben, um nachhaltig konkurrenzfähig zu bleiben. Gar nicht so einfach, denn neben Chancen bietet das digitale Zeitalter auch Herausforderungen.

Unsere Autorin Tonia Sorrentino stellte anlässlich unserer aktuellen Titelstory „So gelingt die digitale Transformation“  beispielhaft acht Start-Ups aus ganz Deutschland vor, die bereits heute Produkte und Dienstleistungen im Bereich Aus- und Weiterbildung, aber auch Recruiting für morgen anbieten. Und: die den Lesern – vielleicht – helfen können, die digitale Transformation zu meistern.

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