„Industrie ist cool“ gibt digitale Einblicke in den Arbeitsalltag

Mit dem Slogan „Industrie ist cool“ lädt das Web-Portal „industry@work“ insbesondere junge Menschen ein, hinter die Kulissen zu blicken. Zu den primären Zielen gehört es, das veraltete Image der Branche zu entstauben, den Facettenreichtum der Beschäftigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten vorzustellen, Zukunftsfähigkeit zu zeigen – kurz: die Attraktivität der Industrie digital erlebbar zu machen.

Von: Tonia Sorrentino

  • Fast jedes zweite hierzulande produzierte Industrieprodukt wird weltweit exportiert.
  • Nordrhein-Westfalen ist Industrieregion Nummer eins in Deutschland.
  • Die deutsche Industrie gehört weltweit zu den innovativsten.

Das sind drei von zahlreichen Fakten, die Schüler, Auszubildende, Studenten, Eltern und Lehrpersonal auf der Internetseite von industry@work entdecken können. Verständnis und Interesse für das Arbeiten in der Branche zu wecken, gehört ebenso zu den Absichten der Macher, wie die einzelnen Industriebetriebe im IHK-Bezirk Dortmund bekannter zu machen, mit gemeinsam organisierten Veranstaltungen und Firmenbesuchen ebenso wie mit digitalen Einblicken in den Arbeitsalltag.

Kompetenzen bündeln

„Im Begriff ‚IHK‘ steckt das Wort ‚Industrie‘“, schildert Ralf Bollenberg von der IHK zu Dortmund, die den Zusammenschluss von Unternehmen auf den Weg gebracht hat und seitdem eng mit den derzeit 16 teilnehmenden Firmen zusammenarbeitet. Die zugrundeliegende Idee: Kapazitäten, Kompetenzen und Ideen in einer Initiative zu bündeln. Gerade kleinere Unternehmen seien froh, vor dem Hintergrund von Fachkräfte- und Azubimangel Unterstützung beispielsweise bei der Imagebildung, Schnuppertagen und partnerschaftlichen Projekten zu erhalten, sagt Bollenberg.

„Über die Plattform bieten wir zum Beispiel Aktionstage und Veranstaltungen im Rahmen von industry@work. Darüber werden Unternehmen in der Öffentlichkeit noch einmal anders wahrgenommen.“

Ralf Bollenberg, IHK zu Dortmund

Mehr Reichweite, passende Ansprache

Das liegt auch an der Tatsache, dass die Informationen digital gespielt werden. Die Online-Plattform erlaubt Bollenberg zufolge beispielsweise, die Zielgruppe – primär 16- bis 18-Jährige – locker anzusprechen, ihnen komplexe Sachverhalte einfach zu erklären und Informationen in leicht konsumierbaren Häppchen und in spannender Aufmachung zu präsentieren. Gerade Firmen, die ohne Social-Media-Kanäle wie Facebook oder YouTube auskommen müssten, profitierten von industry@work – auch mit Blick auf die Reichweite. „Sie bekommen die Möglichkeit, sich bekannter zu machen, Interessenten zu zeigen, was sich Spannendes hinter den Werkstoren verbirgt. Im Vorbeigehen merkt man nicht ohne Weiteres, dass sich in dem Gebäude vielleicht ein attraktiver Ausbildungsbetrieb verbirgt.“ So lasse sich mit wenigen Klicks viel erreichen. Als einzelnes Unternehmen sei es wesentlich schwieriger, öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten, trotz möglicherweise findiger Aktionen. „Als Zusammenschluss hat man ein anderes Echo, gerade auf digitaler Ebene.“

Arbeitsalltag im Bewegtbild

2015 und 2018 gab es einen Videowettbewerb unter dem Motto „Mach dir dein eigenes Bild“. Über öffentliche Medien, IHK-Zeitschriften, Facebook und Co. wurden Auszubildende dazu ermuntert, in Bild und Ton über ihren Arbeitgeber zu berichten. „Jeder Beitrag durfte bis zu drei Minuten lang sein, bis zu fünf Personen pro Ausbildungsbetrieb konnten sich beteiligen, Videos in Smartphone-Qualität reichten absolut aus“, berichtet Bollenberg. Entstanden waren zahlreiche kreative Beiträge, welche die Unternehmen und ihre Vorzüge aus der Perspektive der jungen Leute zeigen. Die ersten drei Top-Platzierten erhielten Prämien in Höhe von 500, 300 und 100 Euro. An der Abschlussveranstaltung nahmen rund 50 Auszubildende gemeinsam mit ihren Ausbildern, teils sogar mit den Geschäftsführern teil.

Raum für Facettenreichtum

Die Plattform trägt aber auch Botschaften weiter, die nicht direkt das Arbeiten in der Industrie betreffen. Bollenberg: „2017 und 2018 haben wir je einen Social Day organisiert. Auszubildende haben sich einen Tag lang in sozialen Einrichtungen engagiert, im Tierpark, im Sozialen Kaufhaus, im Altenheim. Dafür hat sie ihr Arbeitgeber freigestellt.“ Die Message: Die Industrie kann nicht nur produzieren, sondern auch ehrenamtlich tätig sein. „Das hat die Öffentlichkeit gut aufgenommen. Die Auszubildenden haben sich gefreut, einmal in einem ganz anderen Bereich unterwegs zu sein, und die Unternehmen fanden es super, sich zusätzlich von einer anderen Seite zeigen zu können.“

Die Aktivitäten der Initiative finanzieren sich laut Bollenberg durch die teilnehmenden Firmen. Mit dreistelligen Beträgen ermöglichten diese beispielsweise Fotografen, Gemeinschaftsstände oder Busse für die jeweiligen Aktionen. Die Ideen werden zu Jahresbeginn im Promotorenkreis besprochen.


Ansprechpartner
Industrie- und Handelskammer zu Dortmund
Ralf Bollenberg, Tel.: 0231 5417-106
Wulf-Christian Ehrich, Tel.: 0231 5417-246
Mehr Infos: www.industryatwork.de

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