Bloß keine Angst vor Künstlicher Intelligenz!

Wie denkt eine KI?
Für den deutschen Markt hat die DIHK-Bildungs-GmbH die Lizenzen für den kostenlosen Online-Kurs „Elements of AI“ erworben. Weltweit haben bereits mehrere hunderttausend Menschen daran teilgenommen. POSITION wollte die Gründe dafür wissen.
Sylvia Rollmann
Sylvia Rollmann
Freie Journalistin

Wer kennt sie nicht – Alexa, Cortana und Siri, die Sprachbots, die den Wetterbericht melden, das Smart-Home steuern und Witze erzählen? Die Kaufempfehlungen von Amazon oder die Assistenzsysteme, die im Auto für Sicherheit sorgen? Künstliche Intelligenz (KI) hat Einzug in den Alltag gehalten und Erleichterung in viele Lebensbereiche gebracht. Auch in der Wirtschaft könnte die neue Technologie ihr enormes Potenzial entfalten, doch noch immer stehen viele Betriebe KI skeptisch gegenüber.

Gerade einmal sechs Prozent aller befragten Unternehmen in Deutschland setzen Künstliche Intelligenz ein, das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Bundeswirtschaftsministeriums. Vielen sei nicht bewusst, wie sie KI in ihr Geschäftsmodell einbauen oder Prozesse optimieren könnten, heißt es. Hinzu kommt die Angst vor dem Unbekannten, vor dem Verlust der Kontrolle an den Computer oder gar dem Diebstahl sensibler Firmendaten. Doch das soll sich ändern. Teemu Roos, Professor für Informatik an der Universität Helsinki, hat zusammen mit der Unternehmensberatung Reaktor den Onlinekurs „Elements of AI“ (AI = Artificial Intelligence) entwickelt, der das Wissen über die Technologie der Zukunft ausbauen und Bedenken ausräumen soll.

„… deutlich mehr Anmeldungen als noch vor Ausbruch der Pandemie“

Was ist KI? Wie lassen sich damit Probleme lösen? Welche realen Anwendungen gibt es? Und welche Auswirkungen hat Künstliche Intelligenz? In sechs Modulen lernen Interessierte, die Grundlagen von KI zu verstehen – online und kostenfrei. Für den deutschen Markt hat die DIHK-Bildungs-GmbH die Lizenzen erworben. Über die IHKs und deren Partner kann jeder das Angebot in deutscher Sprache nutzen. Dabei sollen vor allem die IHK-Mitgliedsunternehmen erkennen, wie sie KI bestmöglich für sich nutzen können.

Dass gerade die Wirtschaft fit für Künstliche Intelligenz werden muss, zeigt das Beispiel China. Das Reich der Mitte will bis 2030 zur KI-Supermacht aufsteigen, dafür hat die chinesische Regierung milliardenschwere Förderprogramme angeschoben. „Im digitalen Zeitalter bleiben wir als deutsche Wirtschaft nur wettbewerbsfähig, wenn wir auch bei Künstlicher Intelligenz an der Weltspitze mitspielen“, mahnt DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Umso erfreulicher, dass Unternehmen auch und gerade die Corona-Krise nutzen, um die Qualifizierung der Mitarbeiter voranzutreiben. „Das Interesse an Elements of AI hat zugenommen. Wir erhalten deutlich mehr Anmeldungen als noch vor Ausbruch der Pandemie“, berichtet Teemu Roos (Interview ab S. 18). Ob Kurzarbeit, Homeoffice oder Social Distancing: „Ich bin sehr froh, dass wir den Menschen in diesen Zeiten etwas bieten können.“

„Es ist gut, einen Bildungsvorsprung zu haben“

Mehr als 420.000 Menschen aus 180 Ländern haben sich in den ersten 24 Monaten seit dem Launch für Elements of AI registriert. Marco Tröscher, Kundendisponent bei der Kölner Getrag Ford Transmissions GmbH, ist einer von ihnen. „Es ist gut, einen Bildungsvorsprung zu haben. Mit Industrie 4.0 steht uns allen eine große Umstellung ins Haus“, sagt der 35-Jährige, der mit dem Online-Kurs seine Kurzarbeit in der Corona-Krise überbrückte. Noch komme Künstliche Intelligenz in seinem Beruf nicht gezielt zum Einsatz, berichtet der Industriemeister. Wer aber in Zukunft mit der Konkurrenz mithalten wolle, der komme daran nicht vorbei. „Es werden neue Berufe entstehen und mit ihnen neue Herausforderungen. ,Elements of AI‘ ist eine gute Basis, um sich darauf vorzubereiten oder später weitere Kurse zu besuchen.“

Vorkenntnisse sind für die Teilnahme am Kurs nicht notwendig. „Er ist sprachlich und gestalterisch sehr gut aufbereitet. Es macht Spaß, sich damit zu beschäftigen“, versichert Maximiliane Piontek, die Elements of AI für das Magazin COMPUTERWOCHE getestet hat. Gelernt hat die 22-jährige Regensburgerin dabei vor allem eines: „Es gibt nicht die eine KI. Es gibt eine Vielzahl an KI-Anwendungen, die schon heute überall zum Einsatz kommen und von uns fleißig mit Daten gefüttert werden.“ Um die intelligenten Technologien und den eigenen Umgang damit kritisch bewerten zu können, müsse man sich das nötige Wissen aneignen, betont Piontek. Sie weiß um die Debatten über Ethik und Datenschutz, kennt das düstere SciFi-Szenario vom Terminator, der die Kontrolle übernimmt. Aber: „Elements of AI hat mir gezeigt, dass man keine Angst vor Künstlicher Intelligenz haben muss. Ohne unser Zutun wird sie sich nicht verselbstständigen.“

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