Die Sprache ist das A und O

Die angehenden Köche Sahedin Quraishi und Wahidi Zabiullah © Armin Weigel
Die angehenden Köche Sahedin Quraishi (links) und Wahidi Zabiullah kommen aus Afganistan. © Armin Weigel
Für Azubis, die als Geflüchtete ins Land kamen, sind gute Deutschkenntnisse extrem wichtig. Wie hier eine gezielte Unterstützung aussehen kann, zeigt ein Beispiel aus der Region Passau.
Melanie Bäumel-Schachtner
Melanie Bäumel-Schachtner
Journalistin

In der Küche arbeiten Sahedin Quraishi und Wahidi Zabiullah – beide aus Afghanistan. Sahedin nimmt am Kombimodell Deutsch+Ausbildung teil, Wahidi ist schon im zweiten Lehrjahr. „Es macht riesig Spaß im Hotel“, sagt der angehende Koch Sahedin und rührt eifrig in einem großen Topf, aus dem es blubbert und duftet.

Herbert Stemp ist von beiden Lehrlingen begeistert : „Sie machen ihre Sache wirklich gut“, sagt der Inhaber des 4-Sterne-Hotels „Das Stemp“ im Landkreis Passau. Beide Jungs seien mit viel Motivation am Werk : „Ich will auch nachher weiter in diesem Hotel arbeiten“, weiß Sahedin schon jetzt. Bis zum Abschluss dauert es aber noch ein Weilchen. Die ersten zwei Jahre wird das erste Lehrjahr vermittelt. Im dritten und vierten Jahr findet der Wechsel in die reguläre Ausbildung statt. „Die jungen Menschen haben einen Tag mehr Berufsschule als normalerweise, im ersten Jahr also drei Tage“, erklärt Veronika Nagler von der IHK Niederbayern. Dabei werde Wert auf den Spracherwerb gelegt, und die jungen Azubis aus dem Ausland werden speziell gefördert. Herbert Stemp findet das gut : „In der Berufsschule gibt es sonst leicht Sprachprobleme.“

Aktuell gibt es in Passau zwölf Teilnehmer am Kombimodell in einer Klasse. Es seien nicht nur Flüchtlinge, sondern auch viele Migranten, die Sprachprobleme haben und sich vor allem eines wünschen : ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen, um in Deutschland richtig Fuß zu fassen.

Integration von Geflüchteten

Beim Thema „Sprachförderung“ gibt es einen besonders großen Informations- und Beratungsbedarf bei den Unternehmen. Wichtiger sind da nur noch die rechtlichen Grundlagen. Das ergab 2018 eine Umfrage des DIHK bei allen 79 IHKs. Bei den folgenden Themen hatten sich die Teile der Unternehmen Unterstützung gewünscht:

  • 40 % bei rechtlichen Grundlagen
  • 26 % bei Sprachförderung
  • 15 % bei Ausbildungsförderung
  • 7 % bei Ausbildungsstabilisierung
  • 6 % bei Interkulturelle Themen
  • 3 % bei Kompetenzfeststellung oder -anerkennung
  • 3 % bei Kontaktaufnahme zu den Flüchtlingen

Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge will Unternehmen unterstützend vernetzen, die Geflüchtete aufnehmen wollen. Diesem Ziel dienen u.a. regionale Aktionen. So konnten seit März 2016 mehr als 10.000 interessierte Unternehmen bei rund 400 Veranstaltungen erreicht werden, erzählt Projektreferent Constantin Bräunig.

Logo des Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Derzeit hat die Initiative 2350 Mitglieder. Mitmachen ist ganz leicht über die Website www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de. Alle angebotenen Leistungen, die Sie dort finden, sind zudem kostenlos.

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