Digitales Recruiting: Tipps für Einsteiger

In der kommenden Print-Ausgabe (Erscheinungstermin: 15. Oktober) beleuchten wir das Thema „eRecruiting“ mit Statistiken und Beispielen aus der deutschen Unternehmenslandschaft. An dieser Stelle ergänzt unsere Autorin ihren Artikel um konkrete Tipps, wie Unternehmen ihr Recruiting, Employer Branding und Personalmarketing digital sinnvoll ausrichten können.

Von Tonia Sorrentino

  • Recruiting-Mix: Stellen Sie sich möglichst breit auf, um potenzielle Kandidaten zu erreichen. Richten Sie sich dabei nach deren Jobsuch-Gewohnheiten. Besitzen Sie selbst nicht das technische Knowhow oder ausreichende Kenntnisse in Sachen (Personal-)Marketing und Employer Branding, scheuen Sie sich nicht davor, erfahrene externe Dienstleister zu beauftragen. Gibt das Ihr Budget nicht her, gehen Sie selbst in die Recherche, auf vielen Seiten im Internet finden sich Tipps, etwa in Fachmagazinen, auf Special-Interest-Blogs (Beispiel: rethink-blog.de) oder auch in Online-Foren wie etwa auf Xing.
  • Website-Check: Ist Ihre Unternehmens-Homepage auf dem neuesten Stand? Stellen Sie mit kurzen Absätzen und aussagekräftigen Bildern Ihr Unternehmen vor? Verlinken Sie zu weiteren Plattformen, auf denen Sie vertreten sind, etwa Business- oder soziale Netzwerke?
  • Karriereseite: Eine Seite, auf denen Bewerber alles Relevante wie auch nützliche Hintergrundinformationen zu Ihnen als Arbeitgeber (u. a. Arbeitgebervorteile, Unternehmenskultur) sowie zu Ihren offenen Stellen finden, kommt bei Jobsuchenden sehr gut an. Mit Videos aus dem Unternehmensalltag und authentischen Fotos präsentieren Sie sich glaubwürdig und spezifisch.
  • Online-Bewerbung: Einen Schritt weiter gehen Karriere-Webseiten, über die sich Kandidaten direkt per Klick bewerben und ihre Unterlagen in einem geschützten integrierten Portal hochladen können.
  • Online-Jobbörsen und -Jobsuchmaschinen: Laut aktuellem Jobbörsen-Kompass, einer Initiative des HR-Fachportals Crosswater Job-Guide, sind stepstone.de, meinestadt.de und indeed.com die drei meistgenutzten generalistischen Online-Jobbörsen hierzulande. Platz 1 im Zufriedenheitsranking der Spezialjobbörsen belegt das Staufenbiel Institut, Platz 2 jobvector und Platz 3 mobilejob. Kimeta.de, Jobbörse.de und Jobrapido.de sind die drei beliebtesten Jobsuchmaschinen. Schreiben Sie Ihre Stellen je nach Zielgruppe bei diesen Partnern aus und erreichen Sie dank intelligenter Matching-Technologien passende Kandidaten. Nutzen Sie das Angebot der Dienstleister, sich über strukturierte Anzeigen und die Implementierung von (Bewegt-)Bildern im besten Licht zu präsentieren
  • Social Media: Plattformen wie Facebook oder Instagram sind besonders bei jüngeren und technik-affinen Zielgruppen beliebt und bieten ebenfalls gute Möglichkeiten, das Arbeitgeber-Image zu festigen und auf Vakanzen aufmerksam zu machen. Dank der hohen Nutzerzahl und der Möglichkeit, Inhalte zu teilen, ist die Reichweite vergleichsweise hoch. Achtung: Nicht einfach drauflos, sondern mit System und passend zur Arbeitgebermarke posten.
    Business-Netzwerke: Positionieren Sie sich auch auf Karriere-Plattformen wie Xing, die im Übrigen ein guter Kanal für die Direktansprache ausgewählter Kandidaten ist.
    Talent-Pool und -Management: Bewerben sich mehrere geeignete Kandidaten auf eine Stelle, lassen Sie die Ausgesiebten nicht einfach so gehen. Archivieren Sie sich den Kontakt, bauen Sie eine Community auf und gehen Sie regelmäßig in den Austausch zu Job- und Karriere-, aber auch fachlichen Themen. So bleiben Sie im Gedächtnis und werden bei der nächsten Ausschreibung wieder eine Option.
    SEO-Optimierung: Machen Sie Ihre Karriere-Website und Ihre Stellenanzeigen in Suchmaschinen sichtbar. Mehr als 50 % der Kandidaten nutzen häufig Google, um nach Arbeitgebern zu suchen, sieben von zehn, um weiterführende Infos zu interessanten Arbeitgebern zu finden. 46 % suchen via Google nach Stellenanzeigen*.
Das Versicherungsunternehmen Barmenia mit Sitz in Wuppertal testet beim Recruiting regelmäßig neue Tools, jüngst etwa „Talentcube“. Bewerber Martin Terjung (links, Screen) beantwortete in einem Video individuelle Fragen – und wurde prompt eingestellt. „Noch wenig genutzte Recruiting-Tools sind eine gute Möglichkeit, aus der Masse herauszustechen“, findet Barmenia-Personaler Ken Bogutzki (rechts).
Foto: Stefanie vom Stein

*Quelle: Monster Themenspecials Social Recruiting und Active Sourcing 2019

Hinweis der Redaktion: Einen ausführlichen Artikel zum Thema „digitales Recruiting” lesen Sie in der Ausgabe IV/2019 (erscheint am 15. Oktober). Darin berichten wir u.a. über positive Erfahrungen der Barmenia-Gruppe. Zur Bestellung.

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